Dass es im Fußball einmal nicht um Leistung ging, war zunächst ein ungewöhnlicher Ansatz für die acht Jungs und für ein Mädchen im Alter von 11 bis 14 Jahren des Jugendförderzentrums Ludwigshafen. In den Herbstferien hatten sie sich für das erstmals angebotene Kickfair-Projekt, einem Straßenfußballcamp, angemeldet. Kickfair ist eine bundesweit erfolgreiche Aktion. „Sie spricht sportbegeisterte Jugendliche an, inhaltlich mitnehmen können die Teilnehmer aber weit mehr als Fertigkeiten am Ball. Neben dem fairen Umgang untereinander werden insbesondere Selbständigkeit und Eigeninitiative gefördert. Daher haben wir dieses Pilotprojekt gestartet“, blickt Britta Bonath, verantwortlich für Schule/Beruf/ Soziales im Jugendförderzentrum, auf die Workshop-Tage zurück.
Vom Fußballspieler zum Turnierleiter
Dieser Rollenwechsel bildet den Kern des Projekts. In der Einstiegsphase des Workshops setzen sich die Teilnehmer zunächst mit dem Regelwerk des Straßenfußballs auseinander. Fairness und Teamplay nehmen darin besondere Stellenwerte ein, es gibt zum Beispiel keine Schiedsrichter. Diese Aufgabe übernehmen sogenannte „Teamer“. Im zweiten Schritt erhalten die Jugendlichen die Aufgabe, ein Straßenfußballturnier selbst zu organisieren. Sie müssen dafür Plätze reservieren und Verpflegung beschaffen, mögliche Teilnehmer beispielsweise über Vereine ausfindig machen und ansprechen. “Die Jugendlichen merken schnell, dass es ohne Teamwork nicht geht. Über die Kickfair-Methode lernen sie sich untereinander zu koordinieren und die Aufgaben selbständig auszuführen“, stellt Julia Wöhrle, die Projektleiterin von Kickfair, immer wieder fest.
Auch die Jugendlichen in Ludwigshafen kamen an diesen Punkt, rasch unterstützten sie sich gegenseitig und konnten am letzten Tag des Programms ein Turnier mit 54 Teilnehmern auf die Beine stellen. Alle anfallenden Aufgaben übernahmen sie selbst, auch die Einweisung der Straßenfußballer in die Turnierregeln. Als „Teamer“ während des Turnierverlaufs konnten sie ihr neues Wissen direkt in die Praxis umsetzen. Daher lautete auch das Fazit von Mustafa:“Die Woche hat mir viel Spaß gemacht und ich fand es vor allem gut, dass wir gemeinsam ein Turnier organisieren konnten. Das war richtig klasse!“
Über „Kickfair“:
Nach dem Motto „Im Mittelpunkt steht der junge Mensch“ werden die Teilnehmer und Teilnehmerinnen in die Projektaktivitäten von KICKFAIR eingebunden. In den Straßenfußballprojekten übernehmen sie Aufgaben, die sie fordern und fördern. Das Entdecken und Entfalten ihrer jeweiligen Talente und Stärken steht dabei im Mittelpunkt. Hier werden sie von KICKFAIR eng begleitet. Alle Projektaktivitäten orientieren sich am Sozialraum und fokussieren das Gemeinwesen. So haben die Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Stärken in ihrem Lebensumfeld sinnvoll und erfolgreich einzubringen. Sie erleben sich und ihr Engagement positiv und sinnstiftend. Durch die enge Zusammenarbeit mit kommunalen Partnern findet so eine gezielte Förderung von Partizipation und Bürgerschaftlichen Engagement der Jugendlichen statt.
Mehr Informationen finden Sie unter www.kickfair.com