„Ich habe die ‚Anpfiff ins Leben“-Förderung in drei Zentren genossen. So konnte ich von klein auf Fußball und Schule gut unter einen Hut bekommen.“

Andi Gassert: Fußball-Karriere mit Höhen und Tiefen

„Als Andi in der F-Jugend in Hoffenheim angefangen hat, das war schon was Besonderes“, erinnert sich Vater Erich Gassert. Von Kindesbeinen an spielt Andreas „Andi“ Gassert, Jahrgang `94, Fußball.

Seine Karriere beginnt in der F-Jugend bei der TSG 1899 Hoffenheim. Seinen Traum von der Bundesliga verwirklicht er in der B-Jugend beim SV Waldhof Mannheim. Danach wechselt er zum FC-Astoria Walldorf. Zuzenhausen, Mannheim, Walldorf – das sind drei Orte, an denen „Anpfiff ins Leben“ die Fußballjugend und damit auch Andi fördert: sportlich, schulisch, beruflich und beim Ausbau sozialer Kompetenzen.

 

Im Dezember 2001 wird in Zuzenhausen das erste Jugendförderzentrum von „Anpfiff ins Leben“ und der TSG 1899 Hoffenheim eröffnet. Familie Gassert ist dabei. Die hervorragenden sportlichen Anlagen begeistern: Umkleiden, Duschen, Kraftraum, Fußballplatz, Büro- und Besprechungsräume für Trainer und Lehrer, die die Kinder nachmittags beim Erledigen der Hausaufgaben unterstützen.

Die Freude über die tolle Anlage wird für Familie Gassert von einem besonderen Erlebnis bei der Einweihung begleitet: „Kurz bevor die Festreden losgingen, bin ich mit meinen beiden Söhnen raus auf den Platz, um ein bisschen zu kicken. Denn die ganzen Reden sind ja langweilig für die Kinder“, erzählt Erich Gassert. Draußen spielen sie sich zu dritt ein paar Bälle zu. „Bei Andi lief an diesem Tag alles wie am Schnürchen: Pass mit rechts, Pass mit links, immer genau auf mich zu.“ So ins Spiel vertieft bemerken die drei zunächst gar nicht, wie sich die Terrasse des Förderzentrums mit Personen füllt, sich schließlich einer aus der Gruppe löst und zu ihnen auf den Rasen tritt: Dietmar Hopp. „Da ist mir erst mal das Herz in die Hose gerutscht. Ich dachte, wir hätten irgendetwas falsch gemacht“, erinnert sich Erich Gassert. Aber Dietmar Hopp, SAP-Mitbegründer und Finanzier der TSG 1899 Hoffenheim, hat etwas ganz anderes im Sinn.

„Herr Hopp fragt mich: wer ist denn der kleine Blonde da? Ich sage: das ist mein Sohn Andreas. Und er sagt: dass Sie mir den aber nicht verheizen“, erzählt der Vater nicht ohne Stolz in der Stimme – denn das Fußballtalent seines Sohnes muss dem Mäzen offensichtlich beeindruckt und vielleicht an seine eigene Jugend erinnert haben.

Die folgenden Saisons sind für Andi geprägt von unzähligen Trainingseinheiten und Spielen. „In Hoffenheim hat er sich super entwickelt, hatte immer gute Trainer“, sagt Erich Gassert. Die Arbeit am Ball lohnt sich: in der D-Jugend wird Andi Kapitän der Mannschaft und ist ab sofort in der erweiterten Badischen Auswahl.

Im Jugendförderzentrum Zuzenhausen nutzt Familie Gassert nicht nur das sportliche Angebot. „Wir haben Andi und Daniel immer zur Hausaufgabenbetreuung geschickt, weil uns das wirklich entlastet hat“, erzählt Mutter Beate Gassert.

Sie und ihr Mann betreiben eine Tankstelle und haben als Selbstständige viel zu tun. „Gerade wenn die Kinder Sprachen wie Französisch und Spanisch lernen, kann man als Eltern oft fachlich gar nicht mehr helfen.“
Kurz bevor Andi in die 5. Klasse des Gymnasiums kommt, entschließen sich die Eltern, ihn beim „Soccer Junior Team“ anzumelden. Andi geht fortan ins Walldorfer Schulzentrum und erledigt nach dem Unterricht seine Hausaufgaben im „Anpfiff ins Leben“-Jugendförderzentrum Walldorf auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Dann wird er zusammen mit anderen jungen Fußballern per Shuttleservice ins Training nach Zuzenhausen gefahren. Zusätzlich gibt es zwei Trainingseinheiten pro Woche direkt in Walldorf. Das „Soccer Junior Team“ ist Vorläufer der „Eliteschule des Fußballs“, die heute bundesweit bekannt ist

Für die Kinder bedeutet das Fußballspielen in Hoffenheim aber nicht nur Spiel und Spaß. „Für die war das auch Stress“, sagen die Gasserts. Denn die Konkurrenz durch neue Mitspieler wird immer größer. „Der Druck hat Andi hochgezogen, deswegen hat er so fleißig gekickt“, meint Erich Gassert.

Das sportliche Niveau steigt und damit auch die Spielklassen. In der U15 zieht sich Andi eine Verletzung zu und muss mehrere Wochen pausieren. Zum Ende der Saison teilt das Trainerteam Andi mit, dass er den Sprung in die U16 nicht geschafft hat. „Das war eine große Enttäuschung“, sagen die Gasserts. In dieser schwierigen Zeit sind Familie und Freunde eine wichtige Stütze. Andi Gassert wechselt in die B-Jugend des SV Schwetzingen. „Dort hat er super gespielt. Zur nächsten Saison hatte Andi drei Angebote: SV Waldhof Mannheim, SV Sandhausen und FC-Astoria Walldorf“, freut sich Gassert.

Andi Gassert in jungen Jahren

Andi wechselt zum SV Waldhof Mannheim und kommt zum zweiten Mal in den Genuss der Förderung von „Anpfiff ins Leben“. Er wird Stammspieler in der B-Jugend-Bundesliga und freut sich über eine tolle Saison. Nach der B-Jugend spielt er ein Jahr A-Jugend. Was ihm an Mannheim nicht gefällt ist die viele Fahrerei. Nach der Schule mit Zug und Bus zum Training, abends holen die Eltern ihn ab. „Zu Hause waren wir um 21.30 Uhr“, sagt Beate Gassert. Viel Aufwand – dazu kommt für Andi die Vorbereitung aufs Abitur. Schnell wird ihm klar, dass sich die zeitaufwändige Fahrerei zum Training und das Lernen fürs Abitur nur schwer vereinbaren lassen. Um Sport und Schule unter einen Hut zu bekommen, nimmt er in Absprache mit seinem Trainer kurze Auszeiten. So kann er sich besser auf den Schulabschluss konzentrieren.

Mit dem Abitur in der Tasche wechselt Andi zum FC-Astoria Walldorf. Von jetzt an spielt er in der Oberliga und ist näher am Wohnort. So bleibt mehr Zeit für Freunde und Familie. Mit dem FC-Astoria kommt Andi zum dritten Standort von „Anpfiff ins Leben“. Fast der Jugendförderung entwachsen, landet Andi einen Höhepunkt in Sachen Sport und einen in der Ausbildung. Mit der A-Jugend des FC-Astoria steigt er in die höchste deutsche Jugendspielklasse auf, die Junioren-Bundesliga. Gleichzeitig kümmert Andi sich um einen Studienaufenthalt in den USA ab dem Jahr 2014.

„Anpfiff ins Leben“ arbeitet mit der Agentur Monaco Sports zusammen, die talentierte Sportler in Sachen US-Sportstipendium berät. Von den Vermittlungskosten der Agentur braucht Andi dank der Kooperation mit „Anpfiff ins Leben“ nur einen Bruchteil zu bezahlen. Jetzt steht er in Kontakt mit amerikanischen Universitäten und versucht, ein Stipendium für das Jahr 2014 zu bekommen. Bis dahin wird Andi in der näheren Umgebung studieren und in der U23 des FC-Astoria weiterhin kicken.
Stand: 2013 / kcm