Wertvolle Verhaltenstipps für Kinder in Gefahrensituationen

Erstellt von Christopher Benz 20.06.2018

Jürgen Mörixbauer von "SeSiSta" leitete die Schulung im Hoffenheimer Pavillon.

Die Kinder setzten die Grundregeln in praktischen Übungen um.

Zufrieden und lehhreich endete das Seminar für alle Beteiligten.

Ein Fremder bittet ein kleines Kind zu ihm ins Auto zu steigen. Solch eine Situation kann ein Kind im Grundschulalter schnell überfordern. Die Mitarbeiter von „SeSiSta“ (Selbstbewusst – Sicher – Stark) haben sich darauf spezialisiert, Kindern und Jugendlichen Wege aufzuzeigen, wie man Gewalt deeskalierend und selbstbewusst begegnet, bei Gefahren handlungsfähig bleibt sowie die typische „Opferrolle“ bewusst ablegt. Dank der Unterstützung der BBBank führt „SeSiSta“ regelmäßig an den verschiedenen Anpfiff ins Leben e.V. Standorten dementsprechende Seminare durch. Am Dienstagnachmittag waren dafür Grundschüler im Hoffenheimer Pavillon zu Gast.

Sehr lehrreich und unterhaltsam zugleich leitete Jürgen Mörixbauer von „SeSiSta“ die Schulung für die insgesamt 18 Grundschüler aus Zuzenhausen und Hoffenheim. „Die Art und Weise, wie Herr Mörixbauer diese extrem wichtigen Verhaltensweisen den Kindern übermittelt, gefällt uns sehr gut“, erklärte Martin Bucher von der BBBank, die bereits seit 2012 eine enge Partnerschaft mit „Anpfiff“ pflegt. In Kooperation mit „SeSiSta“ findet eine Veranstaltung wie diese einmal pro Jahr in jedem Jugendförderzentrum statt. Bucher ist häufig mit dabei und immer wieder beeindruckt, wie die Kids die Verhaltensgrundregeln erlernen und in Praxisbeispielen direkt anwenden. Mitunter durfte er als Akteur in der einen oder anderen Situation aktiv mitwirken. „Und zwar als der Fremde im Auto“, berichtete Bucher.

Zu Beginn vermittelte Mörixbauer den Kindern im Pavillon die vier Grundregeln, die er ständig erwähnte und dabei seine Zuhörerinnen und Zuhörer animierte, sie aufzusagen.
1. Grundregel: Spricht mich jemand an, gehe ich einfach weiter dann.
2. Grundregel: Mama oder Papa müssen immer, immer, immer wissen wohin ich geh´und mit wem ich geh´.
3. Grundregel: Greif mich an, dann beiß ich.
4. Grundregel: 1, 2, 3 und schon bin ich frei.

Immer wieder wurden die 14 Mädchen und vier Jungen nach vorne gebeten, um vor der Gruppe bestimmte Szenen nachzustellen. Ziel war es, die richtige Grundregel anzuwenden, um sich zu schützen und sich unmittelbar in Sicherheit zu bringen. Dabei spielte Mörixbauer einen Fremden, der versuchte, einem Kind beispielsweise den Schulranzen zu klauen oder es dazu zu bringen, mit ihm mitzugehen.

Neben den Grundregeln vermittelte er einige wertvolle Tipps. So erklärte er, weshalb es wichtig ist, sein Adressschild im Ranzen und nicht außen sichtbar mitzuführen, oder mit seinen Eltern ein Passwort auszumachen, für den Fall dass jemand behauptet, er würde das Kind mit seinem Auto nach Hause bringen.

„Ab fünf Jahren ist es für ein Kind sinnvoll, bei so einer Veranstaltung mitzumachen“, erläuterte Mörixbauer, „denn ab diesem Alter wird das Thema ´Schulweg´ interessant und heutzutage ist es ja so, dass bereits Grundschüler mit dem Bus oder der Bahn alleine zur Schule und wieder nach Hause fahren müssen.“

Neben den Veranstaltungen für die Kinder bietet „SeSiSta“ Elternabende an, um mehr Anregungen zu geben, wie man seine Kinder auf gewisse Situationen mit Gefahrenpotenzial vorbereiten kann. „Die Nachhaltigkeit ist damit gegeben und rundet die Sache ab“, fasste Bucher aus eigener Erfahrung zusammen. Weitere Informationen zu „SeSiSta“ finden Sie unter: www.sesista.de

Wie auch Geschäfte ihren Beitrag zur Gewaltprävention bei Kindern leisten können, ist in folgendem Video zu sehen, in dem das Thema „Kinderschutzraum“ erklärt wird: https://www.youtube.com/watch?v=nO-YhXcwNhE